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schiess wie im Bild LILLEHAMMER (BZ). Martin Fleig vom Ring der Körperbehinderten Freiburg gewann überraschend das Biathlon-Einzelrennen über 15  Kilometer beim Para Weltcup in Lillehammer. Im Ziel hatte der 30-jährige Sitzski-Athlet 0,4 Sekunden Vorsprung vor Taras Rad aus der   Ukraine.
Geschwächt von einem Infekt, der ihn in den Tagen zuvor niedergestreckt hatte, und deshalb ohne jegliche Erwartungen ging Martin Fleig ins erste Biathlon-Rennen der neuen Weltcup-Saison. Volles Risiko beim Schießen und ansonsten "schauen, was geht" – das war die von den Trainern ausgegebene Devise. Was für den Gundelfinger tatsächlich ging, war gewaltig. Am Schießstand blieb er viermal fehlerlos und auf der Strecke lief es erstaunlich gut – bis zur dritten Runde. "Danach war es nur noch die Hölle. Im Ziel wusste ich gar nicht mehr, wer ich bin oder wo und warum", scherzte er. Als die Orientierung zurück war, herrschten Staunen und Jubel. Fleig hatte das 15-Kilometer-Rennen der sitzenden Konkurrenz in 41:54.7 Minuten gewonnen.
Hauchzarte 0,4 Sekunden trennten ihn damit von Taras Rad aus der Ukraine, dem die Strafminute wegen seines einen Schießfehlers zum Verhängnis wurde. Der Kanadier Collin Cameron folgte auf Platz drei, vor einem russischen Trio. Dass den Sechsten, Ivan Golubkov, den überragenden Akteur der ersten drei Para-Langlauf-Rennen dieser Saison, lediglich 26,7 Sekunden von Fleig trennten, belegt den engen Wettkampf.
Sensationell, fand der Bundestrainer Ralf Rombach das Ergebnis. Fleig bekundete ungläubig seine Überraschung: "Die Kälte hier in Norwegen macht mir unheimlich zu schaffen. Ich bin sehr froh, dass unser Plan mit dem Schießen aufging", sagte er.
Nach seinem Sieg über die lange Biathlon-Distanz überzeugte Martin Fleig in Lillehammer auch im ungeliebten Sprint. Hinter dem starken Ivan Golubkov aus Russland wurde er Zweiter. Taras Rad wurde diesmal Dritter.Dass er dabei wie seine beiden Konkurrenten fehlerlos blieb, führte Fleig auf "eine ordentliche Portion Glück" zurück: "Ich hatte beim zweiten Schießen kaum noch Gefühl im Abzugsfinger", berichtet er.  Es spricht für seine Ruhe und Abgeklärtheit, dass dennoch alle Scheiben fielen. Und auch in der Loipe flutschte es für Fleig. Der  Bundestrainer Ralf Rombach sah "ein Superrennen von Martin". Der Gelobte wusste, bei wem er sich auch zu bedanken hatte: den  Skitechnikern. "Sie haben mir heute wieder ein Wahnsinnsbrett geliefert", so Fleig. Dominiert hat in Lillehammer vor allem die russische Mannschaft, die erstmals nach der Aufhebung der im Sommer 2016 verhängten Sanktionen dabei war.